Eper Kirchweg mit Informationstafel versehen

 

Am 1. Dezember diesen Jahres wurde mit Unterstützung des Bauhofs der Stadt Bramsche eine Informationstafel am Ende der Hasestraße aufgestellt, die über den über 800 Jahre alten Eper Kirchweg informiert. Er ist nicht mehr vollständig erhalten. So wurde im Zusammenhang mit der Anlage des Hasesees im Bereich des ehemaligen Kröberschen Hofes ein Teil privatisiert und in den Hofbezirk mit einbezogen. Die 1892 auf Initiative des damaligen Verschönerungsvereins Bramsche, eines Vorgängers des HVV, an beiden Seiten angepflanzten Linden sind noch erhalten und bilden zu jeder Jahreszeit eine markante optische Begrenzung des Hasesees.

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Die Tafel wird vom Betriebshofmitarbeiter Franz-Josef Ahrns angebracht.

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Die Informationstafel

 

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Die Vorstandsmitglieder Dr. Rainer Drewes, Gerd Wippermann und Gerhard Müller begutachten die Anbringung.

Foto: Björn Dieckmann

 

„Da alle Gläubigen der Bauernschaft Epe zum Sprengel der St. Martins-Kirche in Bramsche gehörten, bildete sich nach dort ein Kirchweg. Auf diesem Kirchweg ging man auch zum Markt nach Bramsche. Noch bis weit ins 20. Jahrhundert war es üblich, zu Fuß zur Kirche und zum Markt zu gehen.

Von Malgarten kommend ist der Verlauf des Kirchweges bis zur Siedlung Knäppen nahezu identisch mit der heutigen Malgartener Straße. Der weitere Weg durch die Knäppensiedlung trägt sogar seinen Namen und setzt sich durch den Bührener Esch noch heute als Fuß- und Fahrradweg fort. Die Gläubigen der etwas abseits dieser Achse liegenden Höfe des Eckelortes trafen bei Robker auf den Hauptkirchweg oder benutzten den Vördener Damm. Die Gläubigen östlich des Hofes Kiesekamp in Epe gingen quer über den Esch, entlang des Darnsees und trafen an der früheren Gastwirtschaft Kespohl auf den Hauptkirchweg. Dieser Fußweg über den Esch wurde zwar immer gepflügt und beackert, doch bildete er sich immer neu und bestand noch bis 1981. Zwischen den Bührener Höfen hindurch und am Hof Kampmann entlang, verläuft der Kirchweg über einen Damm durch die niedrigen Hasewiesen nach Bramsche.

Dieser Kirchweg stellte umgekehrt die kürzeste Verbindung zwischen Bramsche und dem 1819 eingerichteten Amtssitz Malgarten dar. 1860 bezeichnete der Bramscher Bürgermeister den Weg über Bühren und Epe nach Malgarten als den belebtesten Fußweg im ganzen Kirchspiel.

Ein Schwachpunkt dieses Weges war das Teilstück von Bühren nach Bramsche. Obwohl ein Damm bestand, war er bei Hochwasser regelmäßig unpassierbar. Um hier Abhilfe zu schaffen, legte man 1875/77 einen Durchlaß und entlang des Weges einen Graben an.

Der gleich hinter dem Hof Kampmann liegende Fußsteg über den sogenannten „Apenpott“ war 1853 offenbar so baufällig, daß man einen Neubau beschloß. Regelmäßig sind Reparaturen des Weges und der Stege verzeichnet. Auf Initiative des Verschönerungsvereins Bramsche wurden 1892 an beiden Seiten des Weges Linden angepflanzt, die noch heute vorhanden sind.

Um den Umweg über den Brückenort zur Kirche und zum Markt zu vermeiden, sollen Privatleute um 1830 eine schmale Brücke über die Hase in Bramsche angelegt haben, die sogenannte Schevenbrücke. Doch bereits 1694 wird ein Scheven vor Bramsche erwähnt. Dieser Steg, der oft Streitpunkt zwischen Bramsche und Epe war, sollte 1974 abgebrochen werden. Auf Druck der Bevölkerung kam es jedoch zu einer Reparatur und schließlich zu einem Neubau der Brücke. Unter großer Beteiligung der Bevölkerung konnte Bürgermeister Fisse Ende Juni 1989 die für 130.000 DM neuerbaute Schevenbrücke einweihen.“

aus: Heinrich Gosmann, 1994, Epe – Chronik einer Landgemeinde

 

 

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