Bramscher Nachrichten, 2. April 2007


(pbl/dok) Als einen vollen Erfolg wertete Ortsbürgermeister Klaus Kossak, bei dem einmal mehr die Fäden zusammenliefen, den Bramscher „Frühjahrsputz“ am Samstagvormittag, auch wenn spektakuläre „Funde“ im wild abgelagerten Müll inzwischen eher die Ausnahme sind.

Um die Hasestadt einmal mehr von gedankenlos weggeworfenem Abfall zu säubern, hatten 60 Freiwillige aus neun Bramscher Vereinen wild in der Gegend entsorgten Unrat aufgesammelt. Zum Großreinemachen hatten der Heimat- und Verkehrsverein sowie Kossak wieder aufgerufen. Die Helfer waren vor allem in den Außenbereichen der Stadt eingesetzt, da laut Ortsbürgermeister Ein-Euro-Kräfte die Innenstadt stetig säuberten.
Um den Einsatz organisatorisch zu bewerkstelligen, hatte der erste Vorsitzende des Heimat- und Verkehrsvereins, Werner Sielemann, mit Kossak jeweilige Bezirke zugeteilt. Für den Bereich der Hase war der Kanuclub Bramsche zuständig. In Begleitung ihrer Ju-gendleiter, Ulf und Anke Zeidler, reinigte die Jugendgruppe mit Kanus zu Wasser und die Erwachsenen zu Fuß am Ufer die Hase. „Auf den ersten zwei Kilometern haben wir bereits sechs Müllsäcke vollgesammelt“, berichtete Diethelm Tüting. Es finden sich vor allem Verpackungsreste des nahe gelegenen „Fast food“-Restaurants - aber auch Schuhe und Flaschen.
In diesem Jahr war die Anzahl der freiwilligen Helfer geringer als in den Vorjahren. Dies liege auch an den Osterferien, erklärte Kossak. „Aufgrund der Brutzeit konnte diese Aktion jedoch nicht später stattfinden, da die Vögel bei so schönem Wetter teilweise jetzt schon am brüten sind“, ergänzte der Organisator. Die gesammelte Müllmenge sei im Vergleich zur ersten Aktion vor sechs Jahren auf etwa 20 % gesunken. „Aufgrund der kontinuierlichen Jahresreinigungen wird der anfallende Müll immer weniger. Dosen finden wir aufgrund des Dosenpfandes kaum noch“, sagte Kossak.
Die Jugendfeuerwehr Bramsche übernahm mit ihrem Einsatzfahrzeug, dass Sicherheit gebe, die Säuberung der Auf- und Abfahrten, da diese Arbeiten für die anderen Vereine zu gefährlich wären. „An den Auf- und Abfahrten zur B 68 finden wir immer viele Flaschen. Seit Jahren liegen an ein und derselben Stelle auffällig viele Schnapsflaschen“, schilderte Karsten Pösse von der Jugendfeuerwehr. Die Böschungsseite lasse darauf schließen, dass Altglas durchs Fahrerfenster entsorgt werde. Des Weiteren seien zwei Fernsehgeräte und jede Menge Kleinkram ans Tageslicht gekommen.
Neben den Heimatfreunden, Kanuclub und Jugendfeuerwehr hatten sich Kirchenchor Cäcilia, Posaunenchor St. Johannis, Siedlergemeinschaft, Radsportverein „Frisch voran 07“, Neustädter Schützen und Schützengesellschaft zum „Frühjahrsputz“ angemeldet. Gegen Mittag trafen sich nach getaner Arbeit die Helfer traditionell auf dem städtischen Betriebshof, um prall gefüllte Müllsäcke in bereitstehende Container umzuladen.
Kurioses brachte Horst Hunold von der Schützengesellschaft auf einem Anhänger mit zum Betriebshof. Neben einer Matratze und mehreren vollen Müllsäcken sind die Sammler der Schützengesellschaft auch auf ein weggeworfenes Klosett gestoßen, das irgendein Zeitgenosse rücksichtslos im Bereich der Nordtangente entsorgt hatte und das nun mit den anderen Abfällen in einem Container verschwand.
Auch am Samstag gab es nach der Arbeit zur Stärkung und Erfrischung Erbsensuppe und Getränke. Kossak wies zum Abschluss während der Manöverkritik darauf hin, dass der Landkreis die Aktion unterstütze. „Die Kosten der Entsorgung werden übernommen, und der Müll landet auf der Deponie in Ankum“, kündigte der Ortsbürgermeister an. Es sei erfreulich, dass es kaum noch „die erschreckenden Müllnester der ersten zwei Jahre des Frühjahrsputzes“ gebe.

 

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