Bramscher Nachrichten, 6. März 2008

be. Das Amtsgericht an der Kuhstraße, das Rathaus am Brückenort, Deutsches Eck und Advokatenhaus Klußmann. Schaumkronen auf der Hase hinter der Tuchmacherinnung und Bahnübergänge mit Wärterhäuschen und roten Triebwagen. Wer mit solchen Erinnerungen etwas anfangen kann, der wird sie haben wollen, die DVD, die der Bramscher Heimatverein, Abteilung Zeitungsarchiv, erstellt hat. Das Interesse übertrifft bisher alle Erwartungen.
"In nur einer Woche haben wir mehr als 130 DVDs fertig gemacht", berichtet Erich Goltze, der Hüter des Archivs. Seine Frau Heide hatte den dreißigminütigen Farbfilm, den Friseurmeister Willi Aulfes 1960 drehte, ursprünglich nur für die eigene Familie aufarbeiten wollen. Doch nun interessieren sich frühere Bramscher, die heute woanders, teilweise sogar im Ausland leben, ebenso fürden Silberling wie ältere Bramscher, die eigentlich mit dem modernen Medium wenig anfangen konnten. "Aber im Familienkreis findet sich meist irgendwo ein DVD-Player", hat Goltze inzwischen festgestellt.
Am Fernsehen lässt sich dank der modernen Technik Bramsche 1960 als "kleines Nest in alter Zeit" noch einmal erleben. Unterlegt mit dezenter Musik und mit einigen Erklärungen versehen, ziehen die Bilder der alten Bramscher Straßenzüge vorbei. Winkel, die kaum noch wiederzuerkennen sind, gehören ebenso dazu wie Ansichten, die immer noch ziemlich vertraut erscheinen. Als Willi Aulfes seinen Film drehte, waren solche Aufnahmen teuer. Deshalb entstanden Filme meist nur bei Familienfeiern. Umso größer ist der Glücksfall, dass Aulfes das Bramscher Stadtleben, Alltag und Schützenfeste, bei denen damals noch Menschenmengen die Straßen säumten, in bewegten Bildern festhielt.
Dem technischen Können von Günther Surendorf als Mitarbeiter des Zeitungsarchives ist es zu verdanken, dass der Streifen umkopiert werden konnte. Glück gehörte auch dazu: Von den zwei Birnen des alten Projektors funktionierte nur noch eine. Diese glücklichen Umstände und die Bereitschaft der Familie Aulfes-Hecht, die privaten Filme für die Öffentlichkeit freizugeben, ermöglichen ein Heimaterlebnis besonderer Art.
Die DVD ist donnerstags von 15 bis 18 Uhr im Zeitungsarchiv am Heinrich-Beerbom-Platz gegen eine Spende zu erhalten. Um das Abholen zu erleichtern, ist das Archiv zusätzlich am Samstag, 8. und 15. März, von 10 bis 12 Uhr geöffnet. Bestellungen werden unter Tel. 4385 entgegengenommen.

 

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