Bramsche und Bramscher vor 30 Jahren

Bramscher Nachrichten, 5. September 2009

be – Der junge Lothar Lewandowsky als Bürgermeister bei der Unterzeichnung des Partnerschaftsabkommens mit Harfleur, die Geschäfte an der viel befahrenen B 68 in der Bramscher Innenstadt, der verfallene Mühlenort und vieles mehr: Eine neue DVD zeigt Bramsche vor 30 Jahren und erlaubt älteren Hasestädtern amüsierte Blicke zurück.

Vorstellung_DVD_Bramsche

Foto: Heiner Beinke

Im Archiv der Stadt Bramsche hat Dagmar Paschen schon vor geraumer Zeit zwei alte Filmrollen entdeckt. Die müsste man mal überprüfen, sagte sich die Pressesprecherin der Stadt. Es dauerte seine Zeit, bis sie dazu kam, Jan Rathjen vom Kino Universum mal zu bitten, die 16-Millimeter-Filme in den Projektor einzulegen. Es stellte sich heraus, dass die Filme 1979 bei der Firma Cine Pro zum Jubiläum 50 Jahre Stadtrechte in Auftrag gegeben wurden. Es handelt sich um ein Stadtporträt „Eine Industriestadt im Grünen“ und einen Film über die Feierlichkeiten im Jubiläumsjahr 1979.

Bei ihren Recherchen über die Herkunft der Filmrollen fand Dagmar Paschen heraus, dass die Macher der Streifen selbst bemerkenswert sind: Produzent Dr. Ingo Petzke ist heute Professor an der University of Applied Sciences in Würzburg und ist Mitbegründer des European Media Arts Festivals in Osnabrück. Die Kamera bediente Christoph Böll, ein Neffe des Schriftstellers Heinrich Böll. Und die Musik stammt von Hendrik Schaper, der danach bei Klaus Doldingers „Passport“ spielte und Udo Lindenberg produzierte.

Seine Filmmusik dürfte Schaper heute kaum zu seinen Meisterwerken zählen. „Sehr zeitgeistig“ sei der Klangteppich aus Orgel- und Synthesizerklängen, findet Gerhard Müller. Der ist als Vorsitzender des Heimat- und Verkehrsvereins Bramsche mit seinen Vorstandskollegen beteiligt, weil Paschen Partner für ihre Idee suchte, den Film auf ein modernes Medium zu kopieren. Schließlich sind die Tage der alten Filmprojektoren gezählt. Müller fand eine Firma, die den Film digitalisierte und auf DVD vervielfältigte. 1000 Exemplare können jetzt zu einem Stückpreis von fünf Euro zugunsten des Heimat- und Verkehrsvereins verkauft werden.

Die DVD enthält beide, jeweils knapp 20 Minuten lange Filme. Während das Stadtporträt vor allem zeigt, wie Bramsche vor 30 Jahren aussah, präsentiert der Film über das Stadtjubiläum viele Bramscher, wie sie vor 30 Jahren aussahen. Lokalpolitiker wie Lewandowsky, Ewald Fisse oder Fritz Kiesekamp werden in Szene gesetzt, aber in vielen Szenen von den Veranstaltungen des Jubeljahres dürfte jeder Bramscher eigene Bekannte wiederfinden: Neujahrsempfang, Bramscher Woche, Kreisschützenfest und andere Höhepunkte des damaligen Stadtlebens geben reichlich Gelegenheit, Jugendbilder alter Bekannter zu entdecken.

Die DVD gibt es im Tuchmacher Museum und im Zeitungsarchiv des Heimatvereins donnerstags von 14 bis 18 Uhr.

 

 

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