Bramscher Nachrichten, 27. Januar 2006

 

Chronist der Stadt und Ratgeber für Museum

Friedrich Thöle ist tot. Im 97. Lebensjahr erlag er plötzlich einem Herzleiden.

Sein langes Leben lang ist Thöle mit dem Mühlenort, seiner Heimatstadt Bramsche und dem Tuchmacher-Handwerk verbunden. Als Direktor der Webschule, Chronist der Stadtgeschichte und Ehrenmitglied des Heimat- und Verkehrsvereins erwirbt er sich bleibende Verdienste.

Als Sohn eines Tuchmachers wird Thöle am 5. Oktober 1909 auf dem Möllmann‘schen Hof am Mühlenort geboren. Thöle erlernt ebenfalls das Tuchmacherhandwerk, wechselt später als Textilingenieur ins Zentrallabor der IG Farben. Das Ende des Zweiten Weltkrieges erlebt er schwer verwundet als Soldat in Berlin.

Nach 20 Jahren kehrt Thöle in seine Heimatstadt zurück. Er wird Direktor der Textilfach-schule. „Fachliches Wissen ist von hoher Bedeutung, aber entscheidend ist das Können“, bläut er seinen Schülern ein, denen er einiges abverlangt. Die schätzen ihn umgekehrt als Respektsperson.

In seiner Freizeit und verstärkt noch nach seiner Pensionierung widmet er sich seinen zahlreichen Hobbys. Thöle ist Initiator des Gesprächskreises „Wi kürt platt“, verfasst selber ungezählte Beiträge. Auch seine umfangreichen Kenntnisse der Bramscher Stadtgeschichte hält er schriftlich fest, ebenso Anekdoten und Familiengeschichten. Das meiste bleibt allerdings unveröffentlicht.

Ganz besondere Verdienste erwirbt sich Thöle um das Tuchmacher-Museum. Stets freundlich und verbindlich im Ton, aber auch zielstrebig und hartnäckig in der Sache, setzt er sich für dieses Projekt schon zu einer Zeit ein, als fast alle den Erhalt der alten Tuchmacherinnung für unrealistisch halten. Thöle sei ein Vorbild, das sich ohne Angst einmische, wenn es um von ihm für richtig erkannte Ziele gehe, lobte der damalige Bürgermeister Ewald Fisse bei Thöles 90. Geburtstag. Und diese Ziele verfolge er auch dann noch, „wenn andere längst aufgegeben hätten“, ergänzte der Heimatvereinsvorsitzende Werner Sielemann.

Und so blieb Thöle bis zum Schluss ein „kluger Ratgeber für das Tuchmacher-Museum“, wie dessen Leiterin Dr. Susanne Meyer gestern meinte. In beneidenswerter geistiger Frische verfolgte Thöle noch nach seinem 95. Geburtstag seine letzte große Vision, die Wiederbelebung des Mühlenrades am Museum durch einen Wasserzulauf.

Friedrich Thöle wurde im Familienkreis beigesetzt.



Bramscher Nachrichten, 4. Februar 2006

Heimatverein hat wieder ein ausgefülltes Programm

Der Veranstaltungs- und Wanderplan des Heimat- und Verkehrsvereins

Bramsche (HVV) ist auch in diesem Jahr wieder prall gefüllt.

Neben den beliebten Nachmittagswanderungen die in jedem Monat am zweiten Sonntag um 13 oder 14 Uhr am Parkplatz bei der AOK beginnen und als bequeme Wanderungen mit abschließender Einkehr bei Kaffee und Kuchen für alle Altersgruppen geeignet sind, gibt es weitere interessante Angebote.

Höhepunkte sind die Erwanderung des „Arminiusweges“ und eine Wanderwoche im Harz. Der Arminiusweg ist als 14. Hauptwanderweg vom Wiehengebirgsverband eingerichtet worden und verbindet auf 100 Kilometern am Nordhang des Wiehengebirges den Museumspark Kalkriese mit Porta Westfalica. Zur ersten der fünf Etappen treffen sich die Wanderer am 2. April um 8 Uhr am Parkplatz der AOK. Die Harzwanderung im Bereich Zorge findet statt vom 8. bis 14. Oktober.

Als weitere Mehrtagewanderung steht die im Heft „Ferienwandern 2006“ vom Deutschen Wanderverband bundesweit ausgeschriebene „Birkenwegwanderung“ vom 25. bis 28. Mai im Programm. Sie beginnt am Himmelfahrtstag um 9.30 Uhr beim Hotel Surendorff und bietet Gelegenheit des gemeinsamen Wanderns mit Teilnehmern aus anderen Regionen.

Solche Möglichkeiten ergeben sich auch bei einer Beteiligung an der vom Wiehengebirgsverband organisierten Fahrt nach Ungarn vom 24. September bis 2. Oktober zur Jahrestagung der Europäischen Wandervereinigung oder beim Deutschen Wandertag vom 12. bis 17. Juli in Prüm/Eifel, wohin der Verschönerungs- und Wanderverein 1835 Osnabrück (VWO) eine Fahrt anbietet.

Weitere HVV-Aktivitäten sind eine Fahrradwanderung, die alljährliche halbtägige Städtefahrt, die ganztägige Studienfahrt unter dem Motto „Natur und Kultur“, das historische Essen sowie die Beteiligung am Bramscher Weihnachtsmarkt. Alle Angebote sind offen für Nichtmitglieder. Nächste Veranstaltungen sind die Nachmittagswanderung am 12. Februar ab 13 Uhr und die Jahreshauptversammlung mit Grünkohlessen am 24. Februar um 18.30 Uhr.

Auskunft und Anmeldung: Gerhard Müller, Theodor-Heuss-Ring 5, Tel.: 62241, Johann Lülker, Theodor-Heuss-Ring 3, Tel.: 5278. Anmeldung zum Deutschen Wandertag: Hubert Wegmann, Fellbreede 35, 49078 Osnabrück, Tel.: 0541/441876.

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