Bramscher Nachrichten, 29. Januar 2007

Das Wandern wird groß geschrieben

Pünktlich zum Jahresbeginn legte der Heimat- und Verkehrsverein Bramsche sein Jahresprogramm vor. Monatlich, jeweils am zweiten Sonntag, gibt es eine Nachmittagswanderung für alle Altersgruppen. Die bequeme Wanderung mit abschließender Einkehr bei Kaffee und Kuchen wünscht sich der Verein mehr als in der Vergangenheit auch als Familienwanderung mit Kindern.

Als Ganztagswanderung in vier Etappen steht jeweils an einem Sonntag der „Bissendorfer Burgenweg“ im Programm und beginnt am 25. März um 8 Uhr. Der Rundwanderweg verbindet Schlösser und ehemalige Burgen im Osnabrücker Land. Solche Möglichkeiten ergeben sich auch bei der Gruppenfahrt zum deutschen Wandertag in Saarlouis vom 31. Juli bis 7. August oder bei der vom Wiehengebirgsverband organisierten Fahrt im September nach Estland mit Teilnahme an der in Tallinn stattfindenden Jahrestagung der Europäischen Wandervereinigung.

Als Höhepunkt gilt die beliebte Wanderwoche vom 7. bis 10. Oktober im Odenwald. Weitere Aktivitäten sind die halbtägige Städtefahrt am 16. Juni, die ganztägige Studienfahrt „Natur und Kultur“ am 1. September und die halbtägige Radwanderung am 2. September. Wanderungen und Wanderfahrten beginnen am Parkplatz bei der AOK. Alle Angebote stehen Nichtmitgliedern offen.

Die nächste Wanderung findet am Sonntag, 11. Februar, um 13 Uhr, die Jahreshauptversammlung mit Grünkohlessen am Freitag, 16. Februar, um 19 Uhr statt. Anmeldung nehmen Johann Lülker, Telefon 5278, und Kurt Hawranek, Telefon 05407/4823, entgegen.


 

Bramscher Nachrichten, 19. Februar 2007

Zeitungsarchiv zentrale Aufgabe

  1. Strukturveränderungen in der Verwaltung haben auch Konsequenzen für den Heimat- und Verkehrsverein Bramsche. Das wurde während der Jahreshauptversammlung deutlich.

Das Amt des Stadtdirektors, das automatisch eine Vorstandsposition im Verein begründete, gibt es nicht mehr. Deshalb entfällt zukünftig diese Position auch im Verein. In die Satzung wurden Pflege und Aufbau des Zeitungsarchivs als zentraler Satzungszweck neu aufgenommen. Das Amt des Geschäftsleiters wurde durch das Amt des Archivleiters ersetzt, das zukünftig Erich Goltze wahrnehmen wird.

Bis zu den Vorstandswahlen 2008 setzt sich der Vorstand des Heimat- und Verkehrsvereins aus Werner Sielemann (Vorsitzender), Gerhard Müller (Stellvertretender Vorsitzender), Helga Schulze (Kassenverwalterin), Wilhelm Kuhlmann (Schriftführer), Johann Lülker (Wanderwart) und Erich Goltze (Archivleiter) zusammen. Gustav Meyer und Annegret Michel wurden einstimmig für drei Jahre zu neuen Kassenprüfern gewählt.

Nach dem Bericht des neuen Archivleiters kommt man mit dem Aufbau des Stadtarchivs gut voran, so unter anderem mit den Verfilmungen der alten Zeitungen. Erst vor kurzem konnte die Aufbereitung des Jahrgangs 1958 abgeschlossen werden, derzeit werde 1959 bearbeitet. Die gesamte Archivierung der Nachlässe, allein von der Stadt Bramsche stammen 15 Kartons, werde aber weiterhin sehr viel Zeit in Anspruch nehmen, so Goltze. Daher freue man sich im Verein über jeden Helfer.


 

Bramscher Nachrichten, 22. März 2007

Geburtsanzeige vom Fußballkumpel

„Nimm dir ein Buch“ im Zeitungsarchiv

wek  – „Nimm dir ein Buch“ heißt es zurzeit in der Tuchmacherstadt. So ein Buch kann auch mal etwas größer ausfallen – wie ein richtiger alter Zeitungsband der Bramscher Nachrichten. Auch darin lässt sich trefflich schmökern und erst recht, wenn Archivleiter Erich Goltze dazu aus dem Nähkästchen plaudert.

Über 100 Jahre Stadt- und Zeitungsgeschichte sind mittlerweile im Dachgeschoss des Parteienhauses am Heinrich-Beerbom-Platz dokumentiert. Im Jahre 1894 erschienen die Bramscher Nachrichten zum ersten Mal, damals noch zweimal pro Woche mit jeweils vier Seiten. Bilder gab es noch nicht, und die Schrift ist für heutige junge Leser bisweilen noch etwas gewöhnungsbedürftig. Aber bei Lukas (11) und Valentin (10) klappte die Lektüre doch schon erstaunlich gut. Butter kostete damals 1,70 Mark pro Kilo, die Straße von Achmer nach Pente wurde gebaut, und Amerikas Präsident Harrison entging knapp einem Attentat, liest Lukas vor.

Aber nicht nur die 10 Jahre alten Marktbericht und Anzeigen interessieren die beiden jungen Greselianer. Was passierte eigentlich an dem Tag, an dem sie geboren wurden? Beim Blättern taucht dann noch die Geburtsanzeige eines Fußballkumpels auf. 1996, Valentins Geburtsjahr, wurde Deutschland Europameister. Klinsmann und Bierhoff waren damals auch schon dabei. Lukas und Valentin bekommen große Augen. Eine Stunde im Bramscher Zeitungsarchiv ist viel zu kurz.

Weiterer Termin: Mittwoch, 11. April, 19 bis 21 Uhr, Besuch des Archivs für Erwachsene, Anmeldung unter Telefon 3411 oder 3011.


 

Bramscher Nachrichten, 2. April 2007

Frühjahrsputz auch im Kanu auf der Hase

pbl/dok – Als einen vollen Erfolg wertete Ortsbürgermeister Klaus Kossak, bei dem einmal mehr die Fäden zusammenliefen, den Bramscher „Frühjahrsputz“ am Samstagvormittag, auch wenn spektakuläre „Funde“ im wild abgelagerten Müll inzwischen eher die Ausnahme sind.

Um die Hasestadt einmal mehr von gedankenlos weggeworfenem Abfall zu säubern, hatten 60 Freiwillige aus neun Bramscher Vereinen wild in der Gegend entsorgten Unrat aufgesammelt. Zum Großreinemachen hatte der Heimat- und Verkehrsverein sowie Kossak wieder aufgerufen. Die Helfer waren vor allem in den Außenbereichen der Stadt eingesetzt, da laut Ortsbürgermeister Ein-Euro-Kräfte die Innenstadt stetig säuberten.

Um den Einsatz organisatorisch zu bewerkstelligen, hatte der erste Vorsitzende des Heimat- und Verkehrsvereins, Werner Sielemann, mit Kossak jeweilige Bezirke zugeteilt. Für den Bereich der Hase war der Kanuclub Bramsche zuständig. In Begleitung ihrer Jugendleiter, Ulf und Anke Zeidler, reinigte die Jugendgruppe mit Kanus zu Wasser und die Erwachsenen zu Fuß am Ufer die Hase. „Auf den ersten zwei Kilometern haben wir bereits sechs Müllsäcke vollgesammelt“, berichtete Diethelm Tüting. Es finden sich vor allem Verpackungsreste des nahe gelegenen „Fast food“-Restaurants – aber auch Schuhe und Flaschen.

In diesem Jahr war die Anzahl der freiwilligen Helfer geringer als in den Vorjahren. Dies liege auch an den Osterferien, erklärte Kossak. „Aufgrund der Brutzeit konnte diese Aktion jedoch nicht später stattfinden, da die Vögel bei so schönem Wetter teilweise jetzt schon am brüten sind“, ergänzte der Organisator. Die gesammelte Müllmenge sei im Vergleich zur ersten Aktion vor sechs Jahren auf etwa 20 % gesunken. „Aufgrund der kontinuierlichen Jahresreinigungen wird der anfallende Müll immer weniger. Dosen finden wir aufgrund des Dosenpfandes kaum noch“, sagte Kossak.

Die Jugendfeuerwehr Bramsche übernahm mit ihrem Einsatzfahrzeug, dass Sicherheit gebe, die Säuberung der Auf- und Abfahrten, da diese Arbeiten für die anderen Vereine zu gefährlich wären. „An den Auf- und Abfahrten zur B 68 finden wir immer viele Flaschen. Seit Jahren liegen an ein und derselben Stelle auffällig viele Schnapsflaschen“, schilderte Karsten Pösse von der Jugendfeuerwehr. Die Böschungsseite lasse darauf schließen, dass Altglas durchs Fahrerfenster entsorgt werde. Des Weiteren seien zwei Fernsehgeräte und jede Menge Kleinkram ans Tageslicht gekommen.

Neben den Heimatfreunden, Kanuclub und Jugendfeuerwehr hatten sich Kirchenchor Cäcilia, Posaunenchor St. Johannis, Siedlergemeinschaft, Radsportverein „Frisch voran 07“, Neustädter Schützen und Schützengesellschaft zum „Frühjahrsputz“ angemeldet. Gegen Mittag trafen sich nach getaner Arbeit die Helfer traditionell auf dem städtischen Betriebshof, um prall gefüllte Müllsäcke in bereitstehende Container umzuladen.

Kurioses brachte Horst Hunold von der Schützengesellschaft auf einem Anhänger mit zum Betriebshof. Neben einer Matratze und mehreren vollen Müllsäcken sind die Sammler der Schützengesellschaft auch auf ein weggeworfenes Klosett gestoßen, das irgendein Zeitgenosse rücksichtslos im Bereich der Nordtangente entsorgt hatte und das nun mit den anderen Abfällen in einem Container verschwand.

Auch am Samstag gab es nach der Arbeit zur Stärkung und Erfrischung Erbsensuppe und Getränke. Kossak wies zum Abschluss während der Manöverkritik darauf hin, dass der Landkreis die Aktion unterstütze. „Die Kosten der Entsorgung werden übernommen, und der Müll landet auf der Deponie in Ankum“, kündigte der Ortsbürgermeister an. Es sei erfreulich, dass es kaum noch „die erschreckenden Müllnester der ersten zwei Jahre des Frühjahrsputzes“ gebe.



 

Ferienwanderung auf dem Birkenweg 2007

Birkenweg 2007

Nicht nur die auswärtigen Teilnehmer der viertägigen Ferienwanderung auf dem 90 km langen Birkenweg aus Basel, Wuppertal, Seelze und Krefeld, sondern auch die einheimischen Wanderer waren beindruckt von der Vielfalt der heimischen Natur, dem bewirschafteten Venner Moor und den Ausläufern des Wiehengebirges. Auch die Orte Bramsche, Vörden und Venne mit ihren vielen Fachwerkhäusern begeisterten die Wandergruppe, die hier vor der Kirche des Klosters Malgarten zu sehen ist. Die Wanderung war vom Deutschen Wanderverband ausgeschrieben. Die Ausführung übernahm der Heimat- und Verkehrsverein Bramsche.

Bramsche live, Juli 2007


 

Bramscher Nachrichten, 8. September 2007

Studienfahrt nach Warendorf

Warendorf mit NRW-Landgestüt und historischer Altstadt, die romanische Stiftskirche in Freckenhorst und Telgte mit seiner Wallfahrtskirche und dem Krippenmuseum waren am 1. September 2007 die Ziele der Studienfahrt des Heimat- und Verkehrsvereins Bramsche. Das abwechslungsreiche Programm zeigte, dass man auch in unserer Nähe Interessantes erleben und kulturelle Schätze entdecken kann.


 

Bramscher Nachrichten, 22. September 2007

Idyllen, aber auch Probleme erlebt

Bramscher nahmen an Wanderreise in Estland teil

Seit 1990 unternimmt der Wiehengebirgsverband (WGV) zu den Jahrestagungen der Europäischen Wandervereinigung (EWV) eine mehrtägige Wanderreise in ein europäisches Land. Mitglieder vom Bramscher Heimat- und Verkehrsverein waren von Anfang an regelmäßig beteiligt.

Die 18. Reise führte 49 Teilnehmer der WGV-Gruppe nach Estland. Sie erfuhren, dass die Esten zu den sesshaften Völkern Europas gehören und an den Ostseeufern bereits ihr Zuhause gefunden hatten, als in Ägypten die ersten Pyramiden errichtet wurden. Die Esten erlebten 800 Jahre wechselnde Fremdherrschaften; auf die Dänen (1207) folgte der Deutsche Orden, dann Schweden und schließlich 1704 die Russen.

Frei und unabhängig waren Esten von 1918 bis 1940 und sind es wieder ab 1991. Zur Gegenwart sagte die estnische Reiseleiterin: „Estland ist ein kleines Land, eingegrenzt von zwei Mächten, im Norden und Westen das Meer und im Osten das mächtige Russland.“

Probleme der Ostgrenze, die EU-Grenze ist, wurden deutlich, als sie mehrmals bei Narva an kilometerlangen Staus von tagelang auf Abfertigung am Grenzübergang zu Russland wartenden Lkw vorbeifuhren. Das Tour-Programm umfasste Besichtigungen und Wanderungen. Stadtführungen gab es in der Universitätsstadt Tartu, in Narva, wo sich vom Turm der mächtigen Hermannsfestung ein faszinierendere Blick auf die gegenüber am anderen Ufer des Grenzflusses befindliche russische Festung Ivangorod bot, und in der Hauptstadt Tallinn.

Wanderungen durch stille Moorlandschaften, romantische Fischerdörfer und entlang von Steilküsten vermittelten Einblicke in die Vielfalt von Flora und Fauna des estnischen Nordens. Hervorzuheben sind die Wanderungen im Lahemaa Nationalpark, wo von Elch, Bär und Luchs verursachte unterschiedliche Markierungen an Bäumen Aufmerksamkeit fanden.

Die beiden letzten Tage führte die Gruppe mit den Delegierten der EWV-Tagung zusammen bei einer Wanderung im Naturpark Lohusalu, einem Abendprogramm am Hafen und dem Abschlussabend in Laulasmaa. Der Europäischen Wandervereinigung gehören 52 Mitgliedsvereine in 27 Ländern an. Präsident ist Jan Havelka in Prag, wo sich auch die Geschäftsstelle befindet. Der deutsche Vizepräsident Jörg Haase hatte sich der WGVWandergruppe angeschlossen.

Estland 2007

Vom Naturpark Laulasmaa waren die Bramscher Teilnehmer der Wanderreise ebenso begeistert wie vom gesamten Estland-Aufenthalt.


 

Bramscher Nachrichten, 4. Oktober 2007

Auf dem Weg zum Stadtarchiv

Vor knapp zehn Jahren hat der damalige Bürgermeister Ewald Fisse dem Heimat- und Verkehrsverein Bramsche die im Dachgeschoss am Heinrich-Beerbom-Platz 2 lagernden Zeitungen der „Bramscher Nachrichten“ von 1894 bis 1961 zur Betreuung übergeben. Ausgenommen ist die Zeit von 1941 bis 1948, als keine Zeitung erschien.

Unter der Leitung des Vorstandsmitglieds Erich Goltze wurde das Dachgeschoss hergerichtet, um die Zeitungen zu lagern. Auch die Zeitungen von 1962 bis 2006 wurden archiviert. Von Oktober 1951 bis September 1957 gab es auch die „Freie Presse“. Ihre Ausgaben sind ebenfalls im Archiv untergebracht. Mit dem Staatsarchiv Osnabrück sind die Zeitungen von 1894 bis 1961 sowie die Jahrgänge 1963, 1978 und 1979 verfilmt worden; weitere Bände folgen. Das Angebot, verfilmte Exemplare zu vervielfältigen und Kopien zu machen, wird oft genutzt. Der Heimat- und Verkehrsverein legt wöchentlich in zwei Bramscher Lokalen am Kirchplatz jeweils zwei Ausgaben der Zeitung von vor 50 Jahren aus, die Gäste erwerben können. Die Räume haben Vereinsmitglieder ehrenamtlich weiter verbessert und auch eine Bibliothek mit vorwiegend historischen Büchern und Dokumenten angegliedert. Ihrem Ziel, das Zeitungsarchiv zu einem Stadtarchiv zu erweitern, sind die Heimatfreunde ein gutes Stück näher gekommen.

Das Archiv hat donnerstags von 16 bis 18 Uhr für Besucher geöffnet.


 

Wiehengebirgsbote Nr. 117, 11. Oktober 2007

Stadtarchiv in Vorbereitung

Heimat- und Verkehrsverein Bramsche übernimmt neue Aufgabe

Vor knapp zehn Jahren übergab der damalige Bürgermeister Ewald Fisse dem Heimat- und Verkehrsverein Bramsche die im Dachgeschoss des städtischen Gebäudes am Heinrich-Beerbom-Platz lagernden Zeitungen der „Bramscher Nachrichten“ von 1894 bis 1961, zur Sicherung und Betreuung. Ausgenommen war die Zeit von 1941 bis 1948, als deren Erscheinen eingestellt war.

Unter der Leitung des Vorstandsmitgliedes Erich Goltze wurden die Räume im Dachgeschoss so hergerichtet, dass die Zeitungen ordnungsgemäß gelagert werden konnten. Durch kooperative Kontakte mit der Redaktion der Bramscher Nachrichten gelang es, dem Archiv auch die Zeitungen von 1962 bis 2006 hinzuzufügen.

Von Oktober 1951 bis September 1967 erschien in Bramsche als Tageszeitung auch die „Freie Presse“. Diese Ausgaben sind nun ebenfalls im Archiv untergebracht.

In Zusammenarbeit mit dem Niedersächsischen Staatsarchiv Osnabrück konnten die Zeitungen von 1894 bis 1961 und die Jahrgänge 1963, 1978 und 1979 verfilmt werden. Dieser Vorgang wird fortgesetzt.          

Die Möglichkeit, verfilmte Exemplare zu vervielfältigen und nicht verfilmte zu fotokopieren wird anlässlich von Geschäfts-, Vereins- und Familienjubiläen häufig wahrgenommen.

Der Heimat- und Verkehrsverein Bramsche legt wöchentlich in zwei Bramscher Lokalen am Kirchplatz jeweils zwei Ausgaben der Zeitung von vor 50 Jahren aus, die die Gäste gerne lesen und mit einer kleinen Spende auch erwerben können.

Die Räume im Dachgeschoss des sogenannten Parteienhauses sind von Vereinsmitgliedern ehrenamtlich verbessert worden, so dass jetzt auch eine Bibliothek mit vorwiegend historischen Büchern und Dokumenten eingerichtet werden konnte. Damit ist der Heimat- und Verkehrsverein Bramsche seinem Ziel, das Zeitungsarchiv zu einem Stadtarchiv zu erweitern, ein gutes Stück näher gekommen.

Zur Einsichtnahme in die Archivunterlagen ist das Archiv jeden Donnerstag von 16 bis 18 Uhr geöffnet.

Walter Brockmann


 

 

Bramscher Nachrichten, 26. Oktober 2007

Unterwegs auf dem Nibelungenweg

Die traditionelle Herbstwanderwoche des Heimat- und Verkehrsvereins Bramsche fand bei herrlichem Wetter auf dem Nibelungenweg im Odenwald statt. Die landschaftlich reizvolle Strecke von 92 km führt über waldreiche Höhen und durch Wiesentäler, vorbei an Streuobstwiesen. Walnusshecken und Weinbergen. Den sagenumwobenen Siegfriedbrunnen bei Grasellenbach fanden die Reisenden sehr sehenswert, wie auch die für diese Region historisch bedeutende Walpurgiskapelle oberhalb von Fürth und den „Dom der Weinstraße“ im Weinort Heppenheim. Zum Abschluss der Wanderwoche fand ein gemütlicher „Heimatabend“ statt. Sketche, Lieder, Gedichte und humorvolle Geschichten in Odenwälder Mundart erheiterten die Wanderer aus Bramsche, die als Auszeichnung noch eine Urkunde und Plakette – natürlich Siegfrieds Lindenblatt – überreicht bekamen.

Nibelungenweg 2007


 

Bramscher Nachrichten, 7. November 2007

Ein kleines Jubiläum feierte in diesem Jahr der Heimat- und Verkehrsverein Bramsche. Zum 20. Mal bereits versammelten sich die Mitglieder, um bei Haxen, Sauerkraut und Pürree Geschichten aus der Vergangenheit der Tuchmacherstadt zu hören. Und so unterhielt Heimatvereinsvorsit-zender Werner Sielemann beim „Historischen Essen“ mit Pastorenberichten aus den vergangenen 200 Jahren, die einen Einblick gaben in die Lebensgewohnheiten, Probleme und Sorgen der Landbevölkerung aller Schichten im Osnabrücker Raum. Leckereien, wie sie den Gästen in der Schlatsburg geboten wurden, gab es seinerzeit übrigens nur an Festtagen. Zum Gelingen des Abends trug neben Speis, Trank und guten Gesprächen das Side-Walk-Orchestra mit seinen charakteristischen Klängen bei.

 

 

20. Historisches Essen des Heimat- und Verkehrsvereins Bramsche

Beim 20. Historischen Essen des Heimat- und Verkehrsvereins Bramsche blickte Werner Sielemann 200 Jahre zurück. Historische Pastorenberichte aus unserem Kirchenkreis gaben Einblick in die Lebensgewohnheiten, Probleme und Sorgen der Landbevölkerung aller Schichten im Osnabrücker Raum. Normalerweise konnte man damals nur an Festtagen so speisen, wie es den Gästen in der Schlatsburg angeboten wurde. Das Side-Walk-Orchester trug mit seiner charakteristischen Musik zu einem harmonischen undd fröhlichen Abend bei.


 

Bramscher Nachrichten, 1. November 2007

 Auf die Socken machen

Wandern ist wieder Volkssport – ohne die Vereine

Menschen jeden Alters schnüren in Deutschland die Wanderschuhe. Der Markt für Stiefel, Karten und anderes Equipment boomt. Nur die traditionellen Wandervereine profitieren nicht von dem Trend.

WALLENHORST. „Die 500er-Grenze würde ich schon gern knacken“, meint Wilhelm Bruns. 490 Mitglieder zählt der Vorsitzende des Heimat- und Wandervereins Bissendorf derzeit. Doch durch aktive Wandermitglieder wird er das kaum schaffen: „Die meisten Mitglieder sind ‚still‘ oder sind in anderen Vereinsbereichen tätig“, meint der 70-Jährige. Wanderer gebe es höchstens 50, bald wohl noch weniger.

Nicht nur in Bissendorf ist die Beobachtung zu machen: Die Wandervereine altern, die Mitgliederzahlen stagnieren oder sinken, der Altersdurchschnitt der organisierten Wanderer hingegen steigt. Das Freizeitvergnügen erfreut sich größter Beliebtheit.

Neben Norbert Fisse vom Tourismusverband Osnabrücker Land berichtet Josef Wächter, der Hauptwanderwart des Wiehengebirgsverbands Weser-Ems, von einem aktuellen Trend. Beide wissen auch von überalternden Wandervereinen, die teilweise vergeblich auf junge Mitglieder hoffen: Wandern auf eigene Faust sei heute angesagt.

Der Wiehengebirgsverband hat beobachtet: „Die Informationsnachfrage ist sehr hoch, vor allem von Familien mit Kindern. Aber auch sehr junge Leute, die die Wanderwege mit ihren Mountainbikes als Treckingstrecke abfahren wollen“, sagt Wächter. Kartenmaterial sei besonders stark gefragt.

Das vereinsgebundene Wandern sterbe langsam, aber sicher aus, was den Hauptwanderwart jedoch nicht wundert, der selbst seit 40 Jahren aktiv wandert und derzeit zum Heimat- und Wanderverein Wallenhorst gehört. Trotzdem geht Wächter auch „gern mal allein oder in einer kleinen Gruppe los“.

Vereinsmitglieder könnten auch aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr aktiv sein. „Heute unternimmt man lieber was spontan und nicht lang geplant“, meint der 70-Jährige.

„Der Trend gehört zur gesellschaftlichen Entwicklung“, ergänzt Jörg Bertram vorn Deutschen Wanderverband. „Man ist weniger flexibel, es ist längst nicht mehr so einfach, einen festen Wandertag zu planen, wie vor 20 Jahren. Außerdem empfinden gerade viele junge Menschen das Wandern, wie es viele Vereine handhaben, als langweilig oder sogar fürchterlich“, berichtet Bertram, der sich verstärkt um die Wanderjugend bemüht.

Junge Menschen sähen oft nicht mehr die Strecke als Ziel und wichtigsten Punkt, sondern das Abenteuer und den Spaß. Neue Wanderformen wie Geocaching, eine Art Schnitzeljagd mit Satellitensystem, oder Treckingtouren seien besonders attraktiv.

Im Programm gleichen sich die Wandervereine. Jeden Monat gehen zwei Gruppen auf Piste: die eine Route, meist um 15 bis 20 km lang, für die „Leistungsstarken“ in Bissendorf oder nach Wallenhorster Bezeichnung die „Sonntagswanderer“.

„Für die Senioren“, wie Wilhelm Bruns die Truppe der „nicht mehr ganz so Leistungsstarken“ bezeichnet, gibt es eine halb so lange Strecke. „Anschließend kehren wir traditionell irgendwo ein, um gemütlich Kaffee zu trinken“, erzählt Karin Wischmann, erste Vorsitzende des Heimat- und Wandervereins Reim. „Dass wir mit solchen Programmen keine jungen Leute begeistern können, ist mir völlig klar“, meint die 69-Jährige.

Dafür seien die Interessen einfach andere. Bruns sieht die Entwicklung gelassen: „Wir wandern auch mit steigendem Altersdurchschnitt weiter. Wenn die jungen Leute lieber allein wandern, sollen sie das tun!“

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