Bramscher Nachrichten, 29. Januar 2009

Filmische Zeitreise in die Vergangenheit

Eine filmische Reise in die Vergangenheit Bramsches und die Arbeitswelt früherer Bramscher Generationen unternimmt das Tuchmachermuseum Bramsche in Kooperation mit dem Heimat- und Verkehrsverein Bramsche am Sonntag, 1. Februar in der Kornmühle.

Heinrich Holtmann 2009

Heinrich Holtmann in seiner Werkstatt.

Foto: Helmuth Kohn

In der Reihe „Das Sonntagsthema“ werden die Kurzfilme „Heinrich Holtmanns Schuhmacherwerkstatt“, „Bramsche – eine Industriestadt im Grünen“ und „Rückblick zum Jubiläum 50 Jahre Stadtrecht“ gezeigt. Die Vorführung beginnt bereits um 15 Uhr und nicht wie vom Museum irrtümlich angekündigt um 19 Uhr.

Im Jahr 2008 entstand mit der Unterstützung des Heimat- und Verkehrsvereins Bramsche der Film „Heinrich Holtmanns Schumacherwerkstatt“ von Gisela Kress und Helmuth Kohn, der zum ersten Mal öffentlich gezeigt wird. Kurz vor der Auflösung der Werkstatt hat der ehemalige Schuhmachermeister und Mitarbeiter von Heinrich Holtmann, Friedhelm Hackmann, die vielfältigen Arbeiten seines Handwerks noch einmal vorgeführt und mit viel Humor erläutert. Entstanden ist ein Rückblick in ein nur noch selten ausgeführtes Handwerk. Die beiden Filmemacher und Kerstin Schumann geben eine kurze Einführung in die Entstehung dieses Filmes.

Seit Langem schlummerten die Filme „Bramsche – eine Industriestadt im Grünen“ (1979) und „Rückblick zum Jubiläum 50 Jahre Stadtrechte“ (1980), die anlässlich des 50-jährigen Bestehens zur Verleihung der Stadtrechte in Auftrag gegeben worden waren, in den Archiven des Rathauses. Letztes Jahr wurden die beiden Filmrollen im 16-mm-Format restauriert und digitalisiert. Da beide Filme bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeiten im Rathaus auf große Resonanz stießen und viel Amüsement und Erinnerungen hervorriefen, sollen sie am 1. Februar einem größeren Publikum präsentiert werden.


 

Bramscher Nachrichten, 16. Februar 2009

Zeitungsarchiv stößt an räumliche Grenzen

Heimat- und Verkehrsverein blickt auf das letzte Jahr zurück

 

  1. – Am Freitag fand im Gasthaus Schlatsburg die Jahreshauptversammlung des Heimat- und Verkehrsvereins mit traditionellem Grünkohlessen statt.

In seinem Vorstandsbericht blickte der Vorsitzende Gerhard Müller auf das letzte Jahr zurück, das im Zeichen des 120-jährigen Vereinsjubiläums und dem 10-jährigen Bestehen des Zeitungsarchivs stand. Müller berichtete, dass das Zeitungsarchiv immer mehr die Funktion eines Stadtarchivs übernehme. Dabei stoße man durch die stetige Zunahme der Sammlungen im Archiv an räumliche Grenzen, führe mit der Stadt aber schon Gespräche, um eine Lösung zu finden.

Müller berichtete ferner, dass das Projekt, die Häuserschilder an historischen Gebäuden zu überarbeiten, noch im Gange, größtenteils aber schon abgeschlossen sei. Weitere Straßenlegendenschilder sollen für das Malerviertel erstellt werden.

„Wandern ist in.“ Das stellte der HVV im vergangenen Jahr durch mehr Teilnehmer bei den Nachmittagswanderungen fest. Den Themen Natur, Umwelt möchte sich der HVV zukünftig noch mehr zuwenden. Zum Abschluss der Jahreshauptversammlung würdigte Bürgermeisterin Liesel Höltermann das hohe Engagement des Vereins.

Zeitungsarchiv 2009

Vorstand und Gäste des HVV (v.l.): Rainer Drewes, Johann Lülker, Wilhelm Kuhlmann, Liesel Höltermann,
Erich Goltze, Utta Uhl, Gerhard Müller, Michael Gottlieb.

Foto: Olaf Behnel


 

Bramscher Nachrichten, 20. Februar 2009

Hotel und Kino Geschichte

Haus Große Straße 14 ist schon mal abgerissen worden

Von Walter Brockmann

Wolters Hotel 2009

 

Die begonnene Neuerrichtung eines Geschäftshauses Große Straße 14 lässt Heimatforscher auf die beiden im Januar verschwundenen historischen Gebäude und deren Bewohner zurückblicken.

Die Häuser trugen im 19. Jahrhundert die Hausnummern 57 und 59. Sie stammten in ihren Ursprüngen wohl aus dem 16. Jahrhundert und wurden immer wieder umgebaut, vergrößert und modernisiert.

In einem Konkursverfahren 1818/19 erwarb Conrad Wolters das Anwesen. Dieser stammte aus Adensen im Amt Calenberg und war als Kammerdiener des Herrn von Hammerstein nach Sögeln gekommen. Später stand er im Dienst der Amtsverwaltung Malgarten. In zweiter Ehe heiratete er 1808 Maria Wilhelmina Stichweh, mütterlicherseits aus einer alten Bramscher Weißgerberfamilie stammend.

Unter dem Datum 13. November 1818 wurde Johann Heinrich Christian Conrad Wolters gemeinsam mit seiner Frau bei Zahlung von acht Goldgülden beim Löblichen Krameramt eingeschrieben; die Einschreibegebühr betrug 12 Reichsthaler, 10 Groschen und 6 Pfennig. Das Ehepaar betrieb im Haus Nr. 57 das „Hotel Wolters“.

Der Sohn dieser Ehe, Ernst Heinrich Wolters, wurde 1815 in Engter geboren. Als Conrad Wolters 1831 starb, setzten Mutter und Sohn den Hotelbetrieb fort und modernisierten 1834 das Haus mit teilweisem Neubau. Ernst Wolters wurde 1836 in Ueffeln mit Anna Determann, Tochter des Ueffelner Lehrers Ernst Heinrich Determann, getraut. Anna Wolters geborene Determann hatte ein fröhliches Gemüt und verkehrte gern mit der Jugend, die an ihr eine rührige Veranstalterin von Vergnügungen hatte.

 

Determann 2009                                      Anna Wolters 2009

 

Nach Aufgabe der Lehrertätigkeit in Ueffeln 1856 übersiedelten Ernst Heinrich Determann und Margarethe Marie geborene Hasemann zu der Tochter nach Bramsche; sie konnten am 10. Mai 1860 das damals seltene Fest der goldenen Hochzeit im Hotel Wolters feiern. Ernst Wolters erwarb das benach barte Ackerbürgerhaus Nr. 59, das sich über 200 Jahre im Eigentum der Schuhmacherfamilie Schagemann befunden hatte. Nach dem Abbruch dieses Hauses 1872 wurde ein Saalbau errichtet und mit dem Hotel verbunden.

Aus der Familie Wolters fehlte ein Nachfolger für die Fortsetzung des Hotels. Ernst Wolters verpachtete es 1875 an Carl Remde, dem er das Anwesen nach dem Tode seiner Frau 1880 verkaufte. Carl Remde führte den Betrieb unter dem Namen „Central Hotel" erfolgreich weiter.

Von 1904 bis 1918 war die Brauerei Gebr. Ueckermann, Herford, Eigentümer mit häufig wechselnden Pächtern. Zimmermeister Wilhelm Struwe kaufte das Anwesen 1918. Er veränderte den Saal zu einem Kino und ließ von dem Pächter Curtius aus Quakenbrück am 14. Dezember 1918 die „Scala-Lichtspiele“ eröffnen. Ab 1921 war Familie Bornemann Pächter des Kinos. Mit ihrer letzten Vorstellung am 27. November 1960 endete in Bramsche die Ära „Scala-Lichtspiele“. Das eingeschossige Gebäude wurde 1961 aufgestockt. Es entstand oben eine Wohnung und unten ein Laden, zuletzt „Scala-Moden“. Das „Central Hotel“ pachteten 1928 Gustav und Frieda Meyer.

Es war von 1945 bis 1947 von polnischen Truppen beschlagnahmt: Die Gastwirtschaft wurde während dieser Zeit in einer Baracke hinter dem Hause fortgesetzt. Hotel und Restaurant schlossen 1965. Nach Umbau zum Laden betrieben im Hause Große Straße 14 Familie Saulich die Eisenwarenhandlung Gustav Bayer.


 

Bramscher Nachrichten, 20. Februar 2009

Bramscher Suppen und Kuchen

holsSlow Food ist eine weltweite Vereinigung von bewussten Genießern und mündigen Konsumenten, die es sich zur Aufgabe gemacht haben, die Kultur des Essens und Trinkens zu pflegen und lebendig zu halten. In diesem Jahr wird Slow Food Osnabrück auch in Bramsche aktiv.

Bramscher Suppen 2009

Das sind noch nicht die „Sonntagskuchen“, die Kerstin Schumann und

Dr. Edgar Klinger von „Slow Food Osnabrück“ hier in der Hand halten.

Foto: Holger Schulze

Zu den Zielen von Slow Food gehören auch die Unterstützung einer verantwortlichen Landwirtschaft und Fischerei, einer artgerechten Viehzucht, des traditionellen Lebensmittelhandwerks und die Bewahrung der regionalen Geschmacksvielfalt. Ferner bringt die Vereinigung Produzenten, Händler und Verbraucher miteinander in Kontakt und vermittelt Wissen über die Qualität von Nahrungsmitteln.

In enger Zusammenarbeit mit dem Tuchmacher Museum und Anbietern regional hergestellter Lebensmittel, den Landfrauen und dem Heimatverein geht man anlässlich des Internationalen Museumstages am 17. Mai im Mühlenort auf Tuchfühlung mit dem hiesigen Lebensmittelhandwerk. Unter dem Titel „Weben und leben“ wird ein Markt mit regionalen Spezialitäten veranstaltet.

Um diesen Markt vorzubereiten, trafen sich am Donnerstagvormittag erstmals die Teilnehmer aus dem Osnabrücker Land und der näheren Umgebung in großer Runde. Zweck des Treffens waren Absprachen im Hinblick auf die Präsentation der Erzeugnisse wie beispielsweise das Bramscher Brot, frisch gepresster Möhrensaft, Räucherfisch, Rohmilchkäse bis hin zu Fruchtsäften oder Rosen- und Gewürzhonig. Eine Kinder-Genussrallye, die Ausstellung alter Kochbücher, Führungen durch den Mühlenort und durch die Betriebsstätten von Sostmann und Justus sowie ein Hexenworkshop zählen zusätzlich zum Programm.

Ein ganz besonderer Aufruf der Organisatoren gilt bereits jetzt allen an Suppen und Sonntagskuchen interessierten Bramschern. Gesucht und gekürt wird nämlich am 17. Mai der „Bramscher Eintopf“ sowie der „Bramscher Sonntagskuchen“. Wer leckere Rezepte aus Omas Zeiten oder auch kreative Neuentwicklungen in der Kochbuchsammlung hat, kann diese bis zum 23. April beim Tuchmacher Museum einreichen.

Gesucht werden besonders Rezepte, die in der Region eine lange Tradition haben, mit denen vielleicht Geschichten verknüpft sind oder in denen regionale Produkte innovativ umgesetzt werden. Die Verwendung von Lebensmitteln der Frühsommersaison erhöht die Gewinnchancen. Bei den Sonntagskuchen sollten keine Sahne oder sonstige leicht verderbliche Zutaten zum Einsatz kommen. Daher sind der Blech- sowie der Napfkuchen besonders gefragt. Informationen und Anmeldeformulare sind unter www.tuchmachermuseum.de oder über Tel. 94510 erhältlich.


 

Bramscher Nachrichten, 18. März 2009

Wanderungen mit dem Heimat- und Verkehrsverein Bramsche e.V.

Am 29. März startet der Heimat- und Verkehrsverein mit der Erwanderung des Ahornweges. Der Ahornweg ist einer der schönsten und abwechslungsreichsten Wanderwege im Osnabrücker Land. In Form einer liegenden Acht breitet sich der Ahornweg im bergigen Süden des Osnabrücker Landes um Bad Iburg mit einer Länge von etwa 95 abwechslungsreichen Kilometern aus. Bewaldete Mittelgebirgshänge, weite Aussichten mit zum Teil herrlichen Rundblicken und immer mal wieder die namensgebenden Ahornarten entlang der Route machen eine Tour auf dem Ahornweg zum unvergesslichen naturnahen Wandererlebnis. Dabei werden auch die in die Landschaft eingepassten kleinen Ortschaften der Region nicht außen vor gelassen. Die westliche Schleife führt über den Dörenberg, Georgsmarienhütte, Hagen, Holperdorp und Urberg zurück nach Bad Iburg, die östliche Schleife über den Großen Freeden, Hankenberge, Wellingholzhausen, Hilter, Bad Rothenfelde und Bad Laer nach Bad Iburg. In 5 Etappen soll er bis zum Ende des Sommers bewältigt werden. Die Termine für die weiteren Etappen sind: 26. April, 7. Juni, 5. Juli und 30. August.

Zu den jeweils ca. 20 km langen Etappen treffen sich die Wanderer morgens um 8.00 Uhr auf dem AOK-Parkplatz in Bramsche. Dort werden Fahrgemeinschaften gebildet, die dann zum jeweiligen Startpunkt fahren. Jeder Wanderer verpflegt sich auf dem Weg selbst. Es ist Tradition, dass der Wandertag in der Regel mit gemeinsamer Kaffeetafel in einem Lokal endet.

Wanderer, die nicht an allen oder nur an einer Etappe teilnehmen wollen, können selbstverständlich auch mitwandern. Gäste sind herzlich willkommmen!

Am 19. April beteiligt sich der HVV an einer Sternwanderung zur Einweihung des neuen „DiVa Walks“. Treffpunkt: 8.00 Uhr, AOK-Parkplatz.

Am zweiten Sonntag im Monat finden natürlich auch weiterhin die Nachmittagswanderungen statt. Informationen dazu: www.hvv-bramsche.de, im Jahresplaner oder in der Tagespresse.


 

Bramscher Nachrichten, 6. August 2009

Ferienspaß – Vosspäddken

Zusammen mit Eltern und den Betreuern des Heimat- und Verkehrsvereins Bramsche fuhren die Ferienspaßkinder in das Waldgebiet der Maiburg in der Gemeinde Bippen, um den Wanderweg „Vosspäddken – auf der Fährte des Fuchses“ zu erkunden. Der Rundkurs war für kleine Ferienspaßmäuse ganz schön anstrengend – bergauf und bergab ging es durch lichten Laubwald und dunklen Fichtenwald, wobei ein Fuchskopf als Markierungszeichen den Weg wies. Diese Schilder mussten die Kids zählen, um am Ende der Wanderung eine der Quizfragen zu beantworten.

Auch diverse Baumarten, Fischteiche, Biotope und Erdschichten haben die Heimatfreunde genauestens erklärt. Besonders interessant waren die Treppen, die in tiefe Schluchten und wieder den Berg hinaufführten. Eine davon hieß „Hexentreppe". Sie soll der Sage nach vor langer Zeit von den Hexen angelegt worden sein, um schneller durch die Täler zu ihrem Hexentanzplatz am Qualenberg zu kommen. Leider ging auch hier nach fünf Stunden ein erlebnisreicher Nachmittag viel zu schnell zu Ende.


 

Bramscher Nachrichten, 5. September 2009

Bramsche und Bramscher vor 30 Jahren

beDer junge Lothar Lewandowsky als Bürgermeister bei der Unterzeichnung des Partnerschaftsabkommens mit Harfleur, die Geschäfte an der viel befahrenen B68 in der Bramscher Innenstadt, der verfallene Mühlenort und vieles mehr: Eine neue DVD zeigt Bramsche vor 30 Jahren und erlaubt älteren Hasestädtern amüsierte Blicke zurück.

Bramsche DVD 2009

Neue Filme aus alten Rollen: Liesel Höltermann, Erich Goltze, Rainer Drewes, Gerhard Müller und Dagmar Paschen

präsentieren die Originalrollen und die neuen DVD mit zwei Filmen über Bramsche 1979.

Foto: Heiner Beinke

Im Archiv der Stadt Bramsche hat Dagmar Paschen schon vor geraumer Zeit zwei alte Filmrollen entdeckt. Die müsste man mal überprüfen, sagte sich die Pressesprecherin der Stadt. Es dauerte seine Zeit, bis sie dazu kam, Jan Rathjen vom Kino Universum mal zu bitten, die 16-mm-Filme in den Projektor einzulegen. Es stellte sich heraus, dass die Filme 1979 bei der Firma Cine Pro zum Jubiläum 50 Jahre Stadtrechte in Auftrag gegeben wurden. Es handelt sich um ein Stadtporträt „Eine Industriestadt im Grünen“ und einen Film über die Feierlichkeiten im Jubiläumsjahr 1979.

Bei ihren Recherchen über die Herkunft der Filmrollen fand Dagmar Paschen heraus, dass die Macher der Streifen selbst bemerkenswert sind: Produzent Dr. Ingo Petzke ist heute Professor an der University of Applied Sciences in Würzburg und ist Mitbegründer des European Media Arts Festivals in Osnabrück. Die Kamera bediente Christoph Böll, ein Neffe des Schriftstellers Heinrich Böll. Und die Musik stammt von Hendrik Schaper, der danach bei Klaus Doldingers „Pass-port“ spielte und Udo Lindenberg produzierte.

Seine Filmmusik dürfte Schaper heute kaum zu seinen Meisterwerken zählen. „Sehr zeitgeistig“ sei der Klangteppich aus Orgel- und Synthesizerklängen, findet Gerhard Müller. Der ist als Vorsitzender des Heimat- und Verkehrsvereins Bramsche mit seinen Vorstandskollegen beteiligt, weil Paschen Partner für ihre Idee suchte, den Film auf ein modernes Medium zu kopieren. Schließlich sind die Tage der alten Filmprojektoren gezählt. Müller fand eine Firma, die den Film digitalisierte und auf DVD vervielfältigte. 1000 Exemplare können jetzt zu einem Stückpreis von fünf Euro zugunsten des Heimat- und Verkehrsvereins verkauft werden.

Die DVD enthält beide, jeweils knapp 20 Minuten lange Filme. Während das Stadtporträt vor allem zeigt, wie Bramsche vor 30 Jahren aussah, präsentiert der Film über das Stadtjubiläum viele Bramscher, wie sie vor 30 Jahren aussahen. Lokalpolitiker wie Lewandowsky, Ewald Fisse oder Fritz Kiesekamp werden in Szene gesetzt, aber in vielen Szenen von den Veranstaltungen des Jubeljahres dürfte jeder Bramscher eigene Bekannte wiederfinden: Neujahrsempfang, Bramscher Woche, Kreisschützenfest und andere Höhepunkte des damaligen Stadtlebens geben reichlich Gelegenheit, Jugendbilder alter Bekannter zu entdecken.

Die DVD gibt es im Tuchmacher Museum und im Zeitungsarchiv des Heimatvereins donnerstags von 14 bis 18 Uhr.


 

Bramscher Nachrichten, 18. September 2009

Studienfahrt des HVV ins Lipperland

Lipperland 2009

Ein wunderschöner Samstagmorgen begrüßte die Mitglieder des Heimat- und Verkehrsvereins Bramsche, um in das Lipperland zu fahren. Pünktlich traf man in Bad Salzuflen ein und wurde in Gruppen von den Stadtführern in Empfang genommen, um zunächst die Gradierwerke zu besichtigen, den Grund ihrer Entstehung zu erfahren und dass es damals schon energetische Gründe gab, dieses Verfahren zur Salzgewinnung anzuwenden.

Durch einen wunderschönen Rosengarten, gesäumt von alten Kuranstalten, Badehäusern und Villen führte der Weg in das alte Bad Salzuflen, wo die kleinen steilen Straßen noch z. T. mit Blaubasalt gepflastert waren. Die Stadtmauer mit dem Katzenturm, in dem man in ein dunkles Loch Ehebrecher einsperrte, diverse Schulen, die einfach nach Farben unterteilt waren und keinen Namen trugen und diverse Untergruppierungen der evangelischen Kirchen erläuterte man den Besuchern humorvoll.

Wunderbare Häuser der Weser-Renaissance mit prächtigen Schaugiebeln, das Rathaus, die Statue des Salzsieders, das Haus der Geheimen Gemächer (ein Toilettenhaus selbstverständlich!) und uralte Fachwerkhäuser schmücken Bad Salzuflen.

Im Rathauskeller wurde zu Mittag gegessen, um dann durch die alte Stadt Lemgo zum Schloß Brake zu fahren, wo sich eine fast zweistündige Führung anschloss. Viele Umbauten des Schlosses und unterschiedliche Nutzungen ließen vom alten Inventar nicht mehr viel übrig. So trugen die umliegenden Schlösser dazu bei, es doch wieder interessant auszustatten.

Mit einer Rundfahrt durch das Lipperland und anschließender Kaffeetafel endete die Studienfahrt.

Utta Uhl


 

Bramscher Nachrichten, 17. November 2009

Leckeres vom Schleptruper Schwein

 

hols – Das Wasser konnte einem schon im Mund zusammenlaufen, las man die Buffetkarte für das 22. Historische Essen vom Heimat- und Verkehrsverein am Freitagabend in der Schlatsburg. Erneut organisiert vom ehemaligen Vereinsvorsitzenden Werner Sielemann, durften die 72 Teilnehmer des Essens deftig und nach Belieben beim Sauerfleisch aus der Wade vom Schleptruper Schwein, bei der Entenkeule auf Rahmgrünkohl oder dem Lammgulasch mit Kürbis zulangen. Zum kulturellen Angebot des Abends zählte die musikalische Begleitung durch Hansi Grünebaum, die Vorstellung des Kalenders „Alt Bramsche“, mit Gemälden aus der Sammlung Friedrich Thöle und Alfred Gottlieb sowie der Auftritt von Heinrich Storch, dargestellt von Heiner Beinke. Dieser erinnerte an die Zeiten des vergangenen Jahrhunderts, in denen die Feuerwehr noch mit den Kirchturmglocken sowie später – als im Ersten Weltkrieg die Glocken zu Kanonen eingeschmolzen waren – mit Hörnern zum Einsatz gerufen wurde. Oder das unentschuldigte Fehlen bei den Feuerwehrübungen noch eine Mark kostete und die Kirche in Vörden schon mal brannte, weil die telefonisch angeforderte Verstärkung durch Feuerwehrleute aus Bramsche verspätet eintraf. Das neumoderne Telefon funktionierte damals nämlich nur dann, wenn das Postamt besetzt war und somit der Anruf weitervermittelt werden konnte. In diesem Fall blieb dann wieder nur die Benachrichtigung der Kameraden mittels Fahrradboten.

Schleptruper Schwein 2009

Ein Schmuckstück ist der neuen Jahreskalender des Heimat- und Verkehrsvereins Bramsche,
den Michael Gottlieb (links) an den Vorsitzenden Gerhard Müller übergab.

Foto: Holger Schulze


 

Bramscher Nachrichten, 4. Dezember 2009

Glockenwartung in luftiger Höhe

beDie Feuerwehr macht’s möglich: Gestern Nachmittag wurde das Glockenspiel des Heimatvereins am Mühlenort gründlich überholt. Seit 1993 erfreut das Glockenspiel des Heimat- und Verschönerungsvereins Passanten regelmäßig mit schönen Liedern.

Glockenwartung 2009

Mit der Drehleiter der Feuerwehr wurde gestern die Wartung der Glocken am Mühlenort ermöglicht.

Foto: Heiner Beinke

Verantwortlich dafür zeichnet von Anfang an Karl-Heinz Stock. Der Musiklehrer spielt auf einer Tastatur im Keller des Hauses Lieder ein, die dann abgespeichert und aufgerufen werden können. „Man kann auch direkt auf dem Glockenspiel spielen“ erzählt Stock, der gestern bei der Wartungsaktion selbstverständlich nicht fehlte.

Wenn es an den Glocken am Giebel des schönen Fachwerkhauses am Mühlenplatz irgendetwas zu tun gab, hat der ehemalige Vorsitzende des Vereins, Werner Sielemann, immer die Feuerwehr um Hilfe gebeten. Diesmal war sein Nachfolger Gerhard Müller dabei, als die Drehleiter der Feuerwehr mit Michael Schinke am Steuer anrückte. Die Leiter hinaufklettern musste allerdings ein Mitarbeiter der Wartungsfirma, der am Giebel unter anderem prüfte, ob der Hammer an jeder Glocke noch richtig anschlug. Und wenn schon mal die Drehleiter da ist, wurden bei der Gelegenheit auch gleich fünf kaputte Glühbirnen ausgewechselt.

Musikfreunde, die finden, dass irgendetwas am Glockenspiel beziehungsweise bestimmte Liedern nicht stimmen, haben trotzdem recht. Das liegt aber nicht etwa an schlampiger Wartung in luftiger Höhe: In der Anlage im Keller sind zwei Schaltkreise kaputt, für die die Techniker gestern keine Ersatzteile dabeihatten.


 

Bramscher Nachrichten, 18. Dezember 2009

Vergangene Epoche lebt wieder auf

In diesem Jahr hat der Heimat- und Verkehrsverein (HVV) Bramsche wieder einen Kalender 2010 mit historischen Bramscher Motiven herausgegeben. Zwölf Gemälde und eine Zeichnung aus den Sammlungen von Friedrich Thöle und Alfred Gottlieb lassen eine längst vergangene Epoche wieder aufleben.

Vergangene Epoche 2009

Das Jüttesche Haus ist 1976 abgerissen worden. Im Kalender ist es zweimal zu bewundern.

Bild: A. Richter, Sammlung Gottlieb

Offensichtlich haben schon im letzten Jahrhundert viele Maler in Bramsche zahlreiche reizvolle Motive gefunden. Fast vergessene Winkel des Mühlenorts und der seinerzeit malerischen Münsterstraße werden wieder lebendig. Aber auch erhaltene Gebäude wie die Tuchmacherinnung oder der Gasthof „Alte Post“ werden aus der damaligen Sicht der Künstler dargestellt.

Für die älteren Mitbürger ist der Kalender interessant, die sich bestimmt noch an den einen oder anderen Winkel erinnern können; die Jüngeren erhalten einen Eindruck, wie ihre Heimatstadt einmal vor 40 oder 50 Jahren ausgesehen hat.

Der Kalender ist durchgehend farbig gedruckt, kostet 16,80 Euro und ist im Archiv des Heimat- und Verkehrsverein, im Museumsladen des Tuchmachermuseums und in der Buchhandlung Gottlieb erhältlich.

Daneben hat der HVV weiterhin die im Herbst vorgestellte DVD „Bramsche 1979“ für fünf Euro im Angebot. In einer geschmackvollen Kassette werden zwei Filme präsentiert, die die Stadt 1979 in Auftrag gab. Sie zeigen Bramsche und seine Ortsteile vor 30 Jahren und sind eine überaus nostalgische und vergnügliche Zeitreise.

So mancher Bramscher wird sich wiedererkennen und mit etwas Wehmut an die zahlreichen Feiern und Veranstaltungen zum 50-jährigen Stadtjubiläum denken. Die DVD ist ebenfalls im Zeitungsarchiv donnerstags zwischen 15 und 18 Uhr, bei Gottlieb und im Tuchmachermuseum zu bekommen.


 

HVV Bramsche (Rainer Drewes)

Kritische Umschau

 

Bramsche

Neuer Vorstand des Heimat- und Verkehrsvereins

Der Heimat- und Verkehrsverein Bramsche wählte sich zu Beginn des Jahres einen neuen und verjüngten Vorstand. Nach über 20 Jahren aktiver Arbeit als Vorsitzender trat Werner Sielemann zurück. Zu seinem Nachfolger wählte der Verein Gerhard Müller. Zum Stellvertreter beriefen die Heimatfreunde Michael Gottlieb. Zum Vorstand gehören ferner Utta Uhl (Kassenwartin), Wilhelm Kuhlmann (Schriftführer), Johann Lülker (Wanderwart) und Erich Goltze (Archivleiter). Dem erweiterten Vorstand gehören an Kurt Hawranek (Wegewart), Helmut Bode (stellvertr. Wegewart), Udo Uhl (stellvertr. Wanderwart), Karl-Heinz Stock (Glockenspiel), Hermann Schewemann und Werner Sielemann als Ehrenmitglied. Die Öffentlichkeitsarbeit übt Dr. Rainer Drewes aus. Er ist damit der Nachfolger des Ehrenmitglieds Walter Brockmann. Ein Schwerpunkt des neuen Vorstands wird der weitere Ausbau des Zeitungsarchivs sein. Auch die Einrichtung eines Stadtarchivs ist für die nähere Zukunft geplant. Zum 120-jährigen Jubiläum ist eine aktualisierte Vereinsschrift in Arbeit.

 

Bramsche

DVD: Bramsche – Film aus den 60iger Jahren

In der Familie Aulfes-Hecht fanden sich alte Filmrollen, die der verstorbene Friseurmeister Willi Aulfes in den 60iger Jahren in der Tuchmacherstadt drehte. Mit Hilfe von Mitarbeitern des Zeitungsarchivs des Heimat- und Verkehrsvereins konnte nun eine halbstündige DVD-Scheibe erstellt werden, die das Leben in der damals noch beschaulichen Kleinstadt zeigt. Unterlegt mit dezenter Musik und einigen Erklärungen ziehen Bilder der alten Bramscher Straßenzüge an dem Betrachter vorbei. Auch das Alltagsleben, die wenigen Autos, die in der heutigen Fußgängerzone fuhren, Schützenfeste und Badefreuden am Darnsee und am Mittellandkanal wurden von Aulfes im Bild festgehalten. Selbst der NDR ist an diesen seltenen Aufnahmen interessiert. Er will daraus, wie auch von anderen norddeutschen Städten, ein umfangreiches Rätselquiz produzieren. Die DVD ist jeweils donnerstags von 15 bis 18 Uhr im Zeitungsarchiv am Heinrich-Beerbom-Platz gegen eine Spende zu erhalten. Bestellungen werden gern unter der Telefonnummer 05461/4385 entgegengenommen.

 

Bramsche

10 Jahre Zeitungsarchiv

Seit 10 Jahren existiert das Zeitungsarchiv des HVV Bramsche. Hier werden die BRAMSCHER NACHRICHTEN, ihre Vorläufer und auch einige Bände der FREIEN PRESSE aufbewahrt und mit Hilfe des Staatsarchivs Osnabrück verfilmt. Die erste Ausgabe stammt aus dem Jahr 1894. Während der Öffnungszeiten am Donnerstag von 15.00 – bis 18.00 Uhr können Interessierte das Archiv besuchen. Auf Wunsch werden Auszugs- oder komplette Zeitungskopien angefertigt. Dieses Angebot wird im zunehmendem Maße auch von auswärtigen Besuchern genutzt, die sich auf Spurensuche in der alten Heimat befinden.

Im Rahmen einer kleinen Feierstunde überreichte das Ehepaar Keppler-Storch der Bürgermeisterin der Stadt und dem Vorstand des HVV den Nachlass des Humanisten und Schulgründers Jakob Gresel (1483 – 1552). Diese wichtigen Unterlagen überlebten in einer Metallkiste auf dem Boden des Stammhauses am Mühlenort den Zweiten Weltkrieg, wo sie vor dem Zugriff der Nationalsozialisten  in Sicherheit gebracht worden waren.

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