Bramscher Nachrichten, 6. März 2020

Heimatverein will „digitales Zeitungsarchiv“

Ausschuss für Schule und Kultur unterstützt ehrgeiziges Ziel

Von Heiner Beinke

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Die Zeitungsbände der Bramscher Nachrichten betreut der Heimat- und Verkehrsverein in seinem Archiv am Heinrich-Beerbom-Platz, das Erich Goltze aufgebaut hat.

Archivfoto: Ilona Ebenthal

BRAMSCHE. Der Heimat- und Verkehrsverein (HVV) Bramsche will sein Zeitungsarchiv digitalisieren. Im Ratsausschuss für Schule und Kultur gab es viel Unterstützung für diesen Plan und eine verbindliche Zusage, was die Finanzierung betrifft.

Thomas Kaes als neuer Leiter des Archivs und Gerd Wippermann vom Vorstand des HVV haben die Pläne in der letzten Sitzung des Ausschusses am Mittwoch, 4. März 2020, vorgestellt. Es sei der Wunsch, das „historische Gedächtnis der Stadt Bramsche“ weiterzuentwickeln, meinte Kaes, der zu Jahresbeginn die Leitung des Archivs vom langjährigen Leiter und Mitbegründer Erich Goltze übernommen hat.

Dazu gebe es ein konkretes Angebot, die vorhandenen Mikrofilme zu digitalisieren. Auf insgesamt 91 Mikrofilmen seien die Ausgaben der Bramscher Nachrichten vom ersten Jahrgang 1894 bis 1979 gespeichert, erläuterte Gerd Wippermann. In den Räumen des Archivs am Heinrich-Beerbom-Platz gibt es für diese Filme noch ein altes Lesegerät, um auf diesen Filmen nach Seiten und Artikeln zu suchen, die dann ausgedruckt werden können.

Weder Speichermedium noch Technik entsprechen dem heutigen Stand der Technik. Deshalb will der HVV mit seinem Projekt „Digitales Zeitungsarchiv“ alle Mikrofilme digitalisieren. Dies solle mit der entsprechenden Hard- und Software „einen einfachen und schnellen Zugriff durch Volltextsuche“ auf die Bramscher Nachrichten der fraglichen Jahrgänge ermöglichen, heißt es im Antrag des Heimatvereins. „Eine Probe-Digitalisierung eines Mikrofilmes in ein PDF-Format durch eine Firma brachte gute Ergebnisse“, schreiben die Heimatfreunde.

Für die Menschen, die aus den unterschiedlichsten Gründen heute schon das Zeitungsarchiv am Heinrich-Beerbom-Platz als Informationsquelle nutzen, würde die Volltextsuche eine erhebliche Erleichterung darstellen, betonte Wippermann. Aus rechtlichen Gründen werde es aber nicht möglich sein, diese Suche online zu starten. Interessenten müssen nach wie vor zum Archiv kommen, das donnerstags von 15 bis 18 Uhr geöffnet ist. Aber eine Volltextsuche am PC werde deutlich komfortabler sein als die Zwischenlösung mit dem von Günter Surendorf aufgebauten Stichwortarchiv.

Im Ausschuss bezifferten Wippermann und Kaes die Kosten des Projektes: Alles zusammen seien rund 6500 Euro erforderlich. Der HVV hofft auf die Unterstützung der Stadt, und zwar möglichst schnell: Das Projekt soll noch vor Ende des Jahres abgeschlossen sein. Das sei „sehr sportlich gedacht“, aber machbar, ist der pensionierte Pädagoge Kaes optimistisch. Weitere Sponsoren seien angefragt, vom Landschaftsverband gebe es bereits eine grundsätzliche Zusage.

Im Ausschuss herrschte schnell Einigkeit, dass das Projekt volle Unterstützung verdiene. Es sei wichtig, Bramscher Geschichte für nachfolgende Generationen zu erhalten, meinte Josef Riepe (Linke). Die Bände der Bramscher Nachrichten seien „eine ganz wichtige Quelle der jüngeren Stadtgeschichte“, fand Dieter Sieksmeyer (Grüne). Auch Anette Marewitz (SPD) und Anette Staas-Niemeyer (FDP) würdigten die Arbeit des Heimatvereins als Verwalter des Gedächtnisses der Stadt.

An der praktischen Frage, wann der Verein mit wie viel Geld von der Stadt rechnen könne, entspann sich dann doch noch eine kontroverse Debatte. Der Erste Stadtrat Ulrich Willems merkte an, dass es ohne einen Haushaltstitel schwierig werde, in diesem Jahr bereits Geld bereitzustellen. „Das ist eine grundsätzliche Sache“, stellte er klar.

Den Streit um die Frage, ob es noch in diesem oder erst im nächsten Jahr Geld von der Stadt gibt, entschärfte Thomas Kaes mit dem Hinweis, der Verein könne einen gewissen Betrag auch vorerst „selbst stemmen“, wenn denn sicher sei, dass Geld von der Stadt komme. Der Ausschussvorsitzende Rainer Höveler formulierte dann die einvernehmliche Empfehlung, dass die Stadt am Ende die Finanzierungslücke decken werde.

 

Die ehrenamtlichen Mitarbeiter im Zeitungsarchiv hatten in den letzten Jahren immer das Gefühl, ihre Arbeit für die Stadt werde nicht genügend gewürdigt. Von daher ist die Anerkennung und das Bekenntnis zu einem Stadtarchiv fast wichtiger als der Zuschuss, den der Fachausschuss am Ende billigte. Das dürfte neuen Schub geben für das Team um den neuen Leiter Thomas Kaes.

Das Projekt des Heimatvereins ist gut gewählt: Diese Form von Digitalisierung in einem überschaubaren Bereich ist leistbar, auch wenn der Zeitrahmen von einem Jahr für die Realisierung ehrgeizig ist. Und er bringt eine deutliche Verbesserung für die nicht zu unterschätzende Zahl von Stammgästen, die sich für die jüngere Bramscher Geschichte interessieren. Sie werden es dankbar annehmen, dass sie mit der Volltextsuche nun viel gezielter nach den Ereignissen suchen können, die sie interessieren. Anzunehmen ist auch, dass die bequemere Suche dem Zeitungsarchiv weiteren Zulauf bringen wird.

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Bramscher Nachrichten, 6. März 2020

Neuer Vorstand

Wahlen beim Heimat- und Verkehrsverein

Vorsitzender Gerhard Müller begrüßte im Saal der Gaststätte Fasanenkrug 70 Mitglieder und auswärtige Gäste. Zu Beginn wurde der Verstorbenen gedacht. Dann berichtete Müller über die zahlreichen Aktivitäten des Heimat- und Verkehrsvereins. Im Mittelpunkt standen dabei die Etappenwanderung des Wittekindweges, die Städtefahrt nach Lohne und die Studienfahrt nach Neustadt a. R. und ans Steinhuder Meer. Auch das Historische Essen, das Aufhängen weiterer Straßenschilderlegenden und die Teilnahme am Altstädter Weihnachtsmarkt fanden Erwähnung. Wanderwart Gerd Wippermann ergänzte die Ausführungen. So nahmen an den Wanderungen des HVV 335 Wanderfreunde teil. Auch zwei Fahrradwanderungen mit 27 Teilnehmern wurden durchgeführt. An der neugestalteten Streuobstwiese an der IGS wurde eine Info-Tafel aufgestellt sowie Schnitt- und Pflegearbeiten erledigt. In diesem Jahr soll vor allen Dingen die lang geplante Digitalisierung der Mikrofilme im Zeitungsarchiv angegangen werden. Dann wird der Zugriff auf die dort gesammelten Bramscher Nachrichten einfacher. Anträge auf Zuschüsse wurden zum Teil bereits bewilligt.

Nach der Kassenprüfung durch Annegret Michel und Inge Schwalenberg wurde dem Vorstand einstimmig Entlastung erteilt. Den ausscheidenden Vorständlern Kurt Hawranek und Udo Uhl wurde für ihre langjährige Tätigkeit gedankt. Erich Goltze, der über 22 Jahre lang das Zeitungsarchiv des Vereins leitete, wurde zum Ehrenmitglied gewählt.

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Die Geehrten: Udo Uhl, Kurt Hawranek und Erich Goltze (v.l.)

Die anschließenden Wahlen zum Vorstand leitete Stadt- und Kreisarchäologe Axel Friedrichs. Gerhard Müller (Vorsitzender), Michael Gottlieb (Stellvertreter), Utta Uhl (Kassenwartin), Dr. Rainer Drewes (Schriftführer und Öffentlichkeitsarbeit), Gerd Wippermann (Wanderwart) und Thomas Kaes (Archivleiter), wurden einstimmig wieder- bzw. neu (Archivleiter) gewählt. Zum erweiterten Vorstand gehören noch Helga Schulze, Johannes Lülker, Winfried Naumann, Helmut Bode, Karl-Heinz Stock, Heinz Schmidt und Kurt Hawranek.

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Manfred Kalmlage vom KHBB referiert

Nach dem traditionellen Grünkohlessen führte der Geschäftsführer des Kreisheimatbundes, Manfred Kalmlage, die Teilnehmer in das neugestaltete Museum im Kloster in Bersenbrück. Mit Hilfe von Filmsequenzen und Bildern erfuhr man etwas über das Konzept der Dauerausstellung. Im Mittelpunkt stand aber die Sonderausstellung „Burgen, Schlösser, Rittersitze im Bersen-brücker Land“. Hier werden auch alle Adelssitze im Bramscher Raum in Bild und Wort vorgestellt. Vorsitzender Müller dankte am Ende allen Mitgliedern und gab seiner Hoffnung Ausdruck, dass die anstehenden Aufgaben für 2020 mit Hilfe möglichst vieler Mitglieder wieder erfolgreich gelöst werden.

BN-Artikel ergänzt!

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